Raus aus dem Krisen-Modus!

Fotos: Andrea Piacqadio und Canva Studio von Pexels
Fotos: Andrea Piacqadio und Canva Studio von Pexels

Noch vor wenigen Wochen hätten wir uns die derzeitige Situation, von der die ganze Welt betroffen ist, nicht vorstellen können. Die meisten Unternehmer wurden von der Corona-Krise auf dem falschen Bein erwischt. Uns allen hat sie einen kräftigen Stoß versetzt. 

 

Wer gänzlich realisiert, was da eigentlich gerade passiert – und das ist oft wie ein Schock – macht ein Wechselbad der Gefühle durch: verneinend, wütend, bedrückt, frustriert…

 

Manche gelangen in dieser Situation an einen Tiefpunkt, der häufig mit offenem Widerstand einher geht (rational oder irrational). So wird beispielsweise gegen schützende Maßnahmen gewettert oder „Schuldige“ ausgemacht… 

 

JETZT ist es an der Zeit, die Kontrolle wieder zu erlangen und bewusst aus dem Krisen-Modus herauszusteuern. Hierzu brauchen wir Kreativität und ein wenig Anstrengung, um aus unseren eingefahrenen Verhaltensbahnen herauszufinden. Dann kann die Krise zur Chance werden, weil wir nachhaltige Veränderungen vornehmen, die auch nach der Krise zu unserem Vorteil sind.

 

Es bedarf einer geeigneten inneren Haltung. Sagen Sie JA zu den nächsten drei Schritten und schon kann die Neuausrichtung beginnen:  

1. Ich will!

Es geht darum, ein Gefühl der Notwendigkeit und Dringlichkeit zu entwickeln. JETZT ist die Zeit, gute Rahmenbedingungen für einen Wandel zu schaffen, um nicht vom Sog der Veränderung weggespült zu werden. Fragen Sie sich nicht nur was Veränderung kostet, sondern auch was es kostet, wenn Sie NICHTS tun…!

2. Ich kann!

Erhöhen Sie Ihre Kompetenzen und eignen Sie sich neue Kenntnisse z.B. in Digitalisierung, Online-Marketing oder moderner Mitarbeiterführung an und legen Sie sich Ihre persönlichen Lieblings-Tools zurecht. Beantworten Sie sich die Fragen: Was muss dringend geändert werden? Welches Problem ist (schon länger?) ungelöst? Probieren Sie aus, welche Methoden Ihnen liegen, experimentieren Sie mit neuen Denk- und Verfahrensweisen in Ihrem Unternehmen. Nutzen Sie punktuell Hilfe von Profis, um zeitnah die ersten Ergebnisse zu sehen. Finden Sie heraus, wie Sie mit eventuellen Widerständen in der Firma umgehen. Hierzu gibt es Konfliktlösungsmethoden, die Sie lernen können. Holen Sie sich fehlende Kompetenz in Ihr Unternehmen, wenn Sie schnell und nachhaltig neue Prozesse implementieren wollen.

 

3. Ich handle!

Tun Sie ab jetzt Dinge anders: Ändern Sie das eigene Verhalten und Sie werden feststellen, dass nach und nach auch Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und andere Geschäftspartner anders auf Sie reagieren. Gestalten fängt immer bei sich selber an. Gewöhnen Sie sich neue Denkwege an. Nutzen Sie diese Krise als Wachstumszeit für persönliche und wirtschaftliche Veränderung, statt sich ihr in den Weg zu stellen! 

 

Wer gleich bleiben will, muss sich stets ändern!“ (Gunter Schmidt –  deutscher Arzt und Psychotherapeut). 

 

Veränderung ist eine Kunst (Foto: peder-cho-Ra_XAMExk8c@unsplash)
Veränderung ist eine Kunst (Foto: peder-cho-Ra_XAMExk8c@unsplash)

10 Steps für erfolgreiche Veränderung

  1. Schaffen Sie bei sich selbst und allen Beteiligten Verständnis für die Notwendigkeit von Veränderung. Ein NO-GO angesichts des dramatischen Wandels wäre: „Das haben wir immer so gemacht!“ Oder: „Auch dieses Gewitter zieht an uns vorüber“. Wenn sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen ändern, muss es auch der Mensch tun!

  2. Verschaffen Sie sich Überblick: Was ist machbar? Was macht Sinn? Welche Konsequenzen (z.B. Folgekosten) sind zu erwarten und welche Kosten werden entstehen, wenn Sie noch länger damit warten? Wer kann dabei helfen/mitarbeiten/unterstützen? Holen Sie sich Unterstützung durch Dritte.

  3. Formulieren Sie ein klares Ziel: Wer im blinden Aktionismus losrennt und nicht plant, verliert schnell den Überblick und vergeudet wertvolle Ressourcen (Zeit, Geld, Energie und effektive Arbeitskraft). WAS ist der wünschenswerte und/oder notwendige Zustand? WIE können Sie diesen erreichen und WER hat die beste Lösung für dieses Problem?
  4. Die eigene Perspektive ist eine mögliche Blickrichtung. Erweitern Sie die Sichtweise, indem Sie alle Beteiligten einbeziehen: Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner. Einige Wochen vor der Corona-Krise begleitete ich ein Unternehmen, in dem die Mitarbeitenden vorgeschlagen hatten, mehr Homeoffice-Zeiten einzuführen. Der Geschäftsführer zögerte damals, weil er zu große Bedenken hatte. Letzte Woche las ich einem Artikel von genau diesem Unternehmen, in dem berichtet wurde, wie toll die Home-Office-Abwicklung funktioniert.  Bedenken spielen in Zeiten der Notwendigkeit nur eine Nebenrolle ;-). 

  5. Machen Sie aus Ihrem Veränderungsprojekt die Priorität Nummer 1! Sorgen Sie für die notwendigen finanziellen und personellen Mittel. Läuft es nur nebenbei und wird es halbherzig durchgeführt, lässt der Erfolg auf sich warten.

  6. Passen Sie Strukturen, Entscheidungsprozesse und das (Kommunikations-)Verhalten an. Bleiben diese wie gehabt und passen sich nicht an, wird sich die Veränderung von ihrer schwerfälligen und mühsamen Seite zeigen.

  7. Sorgen Sie dafür, dass die Veränderung von allen mitgetragen wird. Wird das Veränderungsprojekt zur „geheimen (Chef-)Sache“ erklärt und nicht dementsprechend kommuniziert, kommt es nicht oder nur schwer in Bewegung.

  8. Experimentieren Sie mit mehreren Lösungsansätzen und achten Sie darauf, wie und was sich am besten umsetzen lässt. 

  9. Planen Sie einzelne Schritte und Zwischenschritte. Setzen Sie fest, was Sie in 48 Stunden, innerhalb 1 Woche und während der nächsten 3 Monate umsetzen können. Kleine Erfolge (Quick Wins) halten die Motivation aufrecht und sorgen dafür, dass Sie flexibel auf Erforderliches reagieren können. 

  10. Messen Sie die Fortschritte. Wann sind erste Fortschritte erkennbar? Was zeigt (die beste) Wirkung? Welcher Zustand muss erreicht sein, damit Sie das Projekt als Erfolg werten?

 

Now it´s time for Change (Foto: Alexas Fotos von Pexels)
Now it´s time for Change (Foto: Alexas Fotos von Pexels)

 

Die Geschichte hat es uns gelehrt: Wenn wir nicht verschwinden wollen wie Schreibfeder, Waschbottich oder Farbfilm ist es notwendig, mit der Zeit zu gehen. Das heißt: Uns verändern, uns anpassen, an neue Gegebenheiten. Die Krise, in all ihrer Dramatik weist uns hier den Weg.

 

Die beste Zeit ist immer JETZT, sich Gedanken über sein „(Unternehmer-)Leben“ zu machen und sich mutig harten Fragen zu stellen: Was ist, wenn ich meine Arbeit/mein Unternehmen/meinen Job nicht mehr machen kann? Wenn ich insolvent werde? Diese Fragen haben sich vielleicht in der Vergangenheit bereits schon mal gestellt und wurden gleich wieder verdrängt. Es ist an der Zeit, sich den Antworten auf diese oder ähnliche Fragen mutig zu stellen. 

 

Wenn Sie herausfinden möchten, was die konstruktivsten Antworten darauf sind, dann lassen Sie uns doch in den nächsten Tagen miteinander telefonieren!

 

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