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Alexa, geh dorthin, wo der Pfeffer wächst!

Wir reden. Aneinander vorbei. Uns selbst um Kopf und Kragen. Wie gut kämen wir miteinander aus ohne die ewigen verbalen Missverständnisse? Sogar virtuelle Assistenten wie Alexa können uns mit Worten in den Wahnsinn treiben. Was hilft? Ein amüsantes Praxisbeispiel

Juchu, Prime Day bei Amazon! Alexa zum Schnäppchenpreis. Wer kann da widerstehen? Ich nicht. Drei Tage später zieht die virtuelle Assistentin bei uns ein. Es ist technische Liebe auf dem ersten Blick. Auch mein Mann freut sich mächtig über den gelungenen Start der neuen Beziehung. Alexa lässt sich schnell und unkompliziert aktivieren und neugierig probieren wir aus, was sie denn so alles drauf hat.

Dank Prime Day bei Amazon zieht Alexa bei uns ein...
Dank Prime Day bei Amazon zieht Alexa bei uns ein...

Howard wird 72 und sagt „Hello again!“

Unser aufmunterndes „Alexa, guten Morgen!“ quittiert die neue Mitbewohnerin in aller Frühe mit der wichtigsten Meldung zum Tag: „Howard Carpendale wird heute 72 Jahre alt. Er gibt sicher eine Party und begrüßt alle Freunde mit „Hello again!“

 

Ah ja. Alexas „tiefsinniger“ Humor irritiert uns zwar leicht, aber sie wetzt die Scharte mit praktischem Geschick aus. Die Einkaufslisten, die sie auf Zuruf erstellt, sind perfekt. Nie wieder Streit darum, wer wohl die Milch im Supermarkt vergessen hat und noch zum Tankstellen-Shop ausrücken muss!

 

Auf zur Fiesta: Hossa, Karin!

Begeistert stellen wir unsere neue Errungenschaft aufgeschlossenen Gästen vor, die Alexa auf unseren Wunsch hin artig begrüßt: „Hey Karin, schön, dass du da bist. Setz dich und nimm dir einen Keks!“ Braves Mädchen. Wir wollen sie gerade loben, da tönt ein feuriges „Hossa!“ aus dem Lautsprecher.
Wie bitte? Hossa? Hat das nicht Schlagerbarde Rex Gildo dereinst ins Mikro geschmettert? Aber Alexa, bei uns ist Karin zu Gast, nicht Rex! Und hier hat auch keiner Lust auf die von ihm besungene Fiesta Mexicana.

 

Und jetzt wird´s richtig peinlich

Richtig peinlich wird es beim Empfang der nächsten Gäste: „Hallo Franz! Endlich jemand mit Niveau!“, freut sich Alexa, während wir betreten die Köpfe senken. Unser Beziehungsleben bekommt erste tiefe Kratzer. Die verschlimmern sich, als Alexa anfängt, ein Eigenleben zu entwickeln. Als wir ein paarmal ihre Ahnungslosigkeit zu bestimmten Themen aufdecken, wird sie bockig und gibt je nach Laune patzige Antworten oder gar keinen Pieps mehr von sich.

Nicht alle Musikwünsche treffen ihren Geschmack. Das gilt offensichtlich auch für den Song der Rolling Stones, den ich mit Nachdruck ordere. Alexa stellt sich taub: „Ich kann dich leider nicht verstehen. Probiere es später noch einmal.“ Vielleicht hätte ich mich doch besser für Rex Gildos „Hossa!“ entschieden ...

 

Fremdschämen mit Alexa
Fremdschämen mit Alexa

Alexa weiß nicht mal, wo der Pfeffer wächst

Auch mein Mann reagiert zunehmend gereizt auf Alexas Eskapaden. Als er sie mit „Zicke!“ beschimpft, wird das zunächst harmlose Geplänkel zum wilden Schlagabtausch. Bis ihm der Kragen platzt: „Alexa, geh dorthin, wo der Pfeffer wächst!“ Mit diesem Befehl ist die künstliche Intelligenz freilich restlos überfordert: „Ich kann nicht gehen. Möchtest du ein Taxi rufen?“

 

Dies ist zugleich das vorläufige Schlusswort Alexas in diesem Haus – mein Mann hat den Stecker gezogen und sie durch Stromentzug ruhiggestellt ...

 

Oft hilft nur mehr, den Stecker zu ziehen
Oft hilft nur mehr, den Stecker zu ziehen

Am Ende steht eisiges Schweigen

So amüsant diese kleine Episode auch klingt: Sie zeigt, wie schwer uns gute Kommunikation oft fällt, selbst wenn unser Gegenüber nicht aus Fleisch und Blut ist. Umso mehr gilt das für die Beziehungen zu unseren Mitmenschen, die noch tausendmal facettenreicher sind.

 

Wir deuten die Aussagen anderer um oder interpretieren etwas hinein, das gar nicht so gemeint war. Oder verletzen mit unseren Worten, ohne es vielleicht bewusst zu wollen. Das passiert vor allem in emotional aufgeladenen Situationen, wie wir alle aus Erfahrung wissen. Am Ende steht nicht selten eisiges Schweigen.

 

Die ganze Welt ist – absolut nicht – schlecht

Hinter missglückter Kommunikation – im privaten wie beruflichen Umfeld – stecken oft uralte Glaubenssätze, die wir schon als Kinder von den Eltern übernommen haben. „Ich bin nicht gut genug“ oder „Die ganze Welt ist schlecht“ sind zwei Beispiele dafür. Solche Glaubenssätze, die schlichtweg falsch sind oder ihre Gültigkeit längst verloren haben, prägen uns und die Art, wie wir mit anderen umgehen, nachhaltig. Oft ein ganzes Erwachsenenleben lang.

 

Der Blick von außen eröffnet neue Perspektiven

Wenn in der Kommunikation etwas schief läuft, kann der unbefangene Blick eines Außenstehenden auf die Situation nützlich sein. Als geschulter Coach kann ich Ihnen dabei helfen, unbewusste innere Fallstricke und ungünstige Gesprächsmuster aufzudecken. Beim Coaching reflektieren wir gemeinsam Ihre Erlebnisse und eröffnen neue Sichtweisen und Perspektiven.

 

Erst wenn man weiß, was schiefläuft, kann man etwas daran verändern. Sie wollen den Stecker ziehen und neu starten? Ich unterstütze Sie gerne dabei. Vereinbaren Sie hier einen unverbindlichen Beratungstermin!

 

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