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So werden Sie Ihre Mitarbeiter los: 13 Tipps, die garantiert funktionieren

Erst durch Ihren Workshop haben Sie meine Mitarbeiter auf die Idee gebracht, sie hätten Stress“, warf mir jüngst der Chef eines Unternehmens vor. „Je mehr man für Mitarbeiter tut, desto mehr wird man von ihnen ausgenützt – das hat mir schon meine Mutter gesagt!“

 

Er war fassungslos und überfordert, als ich ihm das Ergebnis einer Mitarbeiterbefragung präsentierte. Sie war übrigens überdurchschnittlich gut ausgefallen. Aber in manchen Bereichen empfanden die Mitarbeiter erhöhte Belastung – entstanden durch mangelnde Kommunikation und unausgewogene Arbeitsaufteilung. Sie hatten dazu in meinem Workshop brauchbare Lösungsvorschläge erarbeitet, die ich dem Chef und seinem Führungsteam mitteilte.


Der Chef fiel aus allen Wolken. Er hatte sich bis dahin als wohlwollend und allseits beliebt gewähnt. Einer, dem die Mitarbeiter eigentlich dankbar sein müssten, für ihn arbeiten zu dürfen. Und jetzt sollte er sie auch noch motivieren und sich um ihr Wohlergehen kümmern! Hätte er doch nur auf seine Mutter gehört! Sie wusste ja schon immer, dass er zu gut sei. 


Sind Sie auch Chef/Chefin und sehen das genauso? Dann habe ich hier 13 Tipps für Sie, wie Sie unliebsame Mitarbeiter in die Schranken weisen bzw. die Quälgeister sogar loswerden können.

1. Gehen Sie auf Distanz!

Seien Sie unerreichbar, zeigen Sie sich selten. Eine verschlossene Bürotür signalisiert gleich, dass man Sie in Ruhe lassen soll. Sie haben in einem Seminar gehört, dass Sie zu Ihren Mitarbeitern eine gute Beziehung aufbauen sollen?

Vergessen Sie ´s! Das führt höchstens dazu, dass die Leute Vertrauen aufbauen, das Sie dann ständig nähren und aufrechterhalten müssen. Zu viel menschliche Nähe birgt nur die Gefahr, dass die Mitarbeiter sich ernstgenommen fühlen und meinen, Sie würden ihnen auf Augenhöhe begegnen.
Viel besser ist, wenn sie vor Ihnen zittern! Distanz schafft schließlich Respekt!

So werden Sie Ihre Mitarbeiter los: 13 Tipps, die garantiert funktionieren

2. Reden Sie nicht lange rum!

Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig. Kurze Befehle reichen und werden am besten verstanden. Mit jedem zusätzlichen Gespräch riskieren Sie eine engere Mitarbeiterbindung. Sparen Sie sich morgendliche Runden mit einem unsinnigen „Wie geht´s?“ Das kostet nur wertvolle Zeit und käme einer sozialen Motivation gleich, die Sie leicht als Alleinherrscher unglaubwürdig macht.

 

Vermeiden Sie jegliche Willkommensgespräche – sowohl für Neuankömmlinge als auch nach Krankständen, Urlaubs- oder Ausbildungszeiten. Das könnte Mitarbeitern das Gefühl geben, wichtig für Sie und Ihren Betrieb zu sein.  

3. Übernehmen Sie keine Verantwortung!

Übernehmen Sie niemals Verantwortung! Weder für Ihr Team noch für Ihr Tun oder Ihre Entscheidungen. Wenn etwas schiefläuft, schieben Sie den Schwarzen Peter elegant Ihren Mitarbeitern zu. Die werden schließlich dafür bezahlt, sich schlecht zu fühlen. 

Umgekehrt bei Erfolgen: Heften Sie sich diese getrost auf die eigenen Fahnen. Sie sind der Chef und haben das größte Stück vom Kuchen verdient. Loben Sie sich in der Ansprache bei der anschließenden Feier ausgiebig – das ist immer eine gute Gelegenheit, die Mitarbeiter daran zu erinnern, was sie an Ihnen haben.

4. Ignorieren Sie die Simulanten

Achten Sie auf einen ausgewogenen Einsatz Ihrer Energie. Investieren Sie 95 Prozent in sich selbst – Sie schmeißen schließlich den Laden(!) - und 5 Prozent für Ihre Mitarbeiter. Diese 5 Prozent widmen Sie am besten denen, die ständig auf hinterhältige Weise die Fehlzeiten hochtreiben, indem sie Schwäche, Krankheit oder Überlastung simulieren.
Wenn Mitarbeiter krank zur Arbeit erscheinen, sagen Sie nichts. So signalisieren Sie am besten, dass Sie überdurchschnittlichen Einsatz als selbstverständlich erachten. Wenn die Sekretärin ihren Hustenanfall überstanden hat, streuen Sie nebenbei ein, dass Sie selbst sich erst kürzlich wieder mit 39 Grad Fieber in die Firma geschleppt haben. 

5. Dulden Sie keine Widerrede!

Gehen Sie so oft als möglich hoch wie eine Rakete! Regelmäßige Tobsuchtsanfälle sind das Mittel der Wahl, um Ihre Macht lautstark zu demonstrieren. Dulden Sie keinerlei Widerrede. So wird auch dem engagiertesten Mitarbeiter schnell klar, dass er jederzeit und x-beliebig austauschbar ist.

Machen Sie sich bei passender Gelegenheit über Begriffe wie Fachkräftemangel und Wissensträger lustig. Und vergessen Sie dabei nicht zu betonen, dass es Arbeitskräfte wie Sand am Meer gibt.


Verbesserungsvorschläge sollten Sie gezielt überhören oder zumindest als lächerlich und unrealistisch abtun. Andernfalls könnte sich die Belegschaft womöglich stark mit Ihrer Firma identifizieren. Achtung: Offenheit ist generell gefährlich. Mitarbeiter könnten Ihnen das als Ausdruck von Respekt auslegen.

6. Stress gibt es nicht!

Man kann niemanden überfordern – Mitarbeiter sind chronisch faul und suchen nur nach Ausreden. Machen Sie allen klar, dass Stress nur ein Modewort ist, das in Ihrem Firmen-Lexikon nicht vorkommt. Belastungen sind nur etwas für Weicheier – lassen Sie spaßeshalber bei der nächsten Besprechung im größeren Kreis abstimmen, wer sich für ein solches Weichei hält.

Wenn die Krankenstände in der Statistik hochschnellen, sind dafür nur die notorischen Simulanten verantwortlich, die keinen Stress haben, aber Ihnen sehr wohl welchen machen wollen.

7. Auf Belastungssignale nicht eingehen!

Übersehen Sie gezielt jedwedes Belastungsanzeichen bei ihrer Belegschaft. Wer Mitarbeitern den kleinen Finger der Empathie hinstreckt, hat hinterher vermutlich fünf neue Mitesser auf der Gehaltsliste.
Immer schön ruhig bleiben: Nehmen Sie es nicht weiter ernst, wenn Ihnen Kunden oder Führungskräfte mit erhöhten Anforderungen kommen. Man könnte Sie sonst schnell für fürsorglich halten. Sie sind aber nicht fürsorglich, sondern Chef.

8. Küren Sie Ihren Lieblings-Mitarbeiter!

Suchen Sie sich einen Lieblings-Mitarbeiter – am besten einen der immer Ihrer Meinung ist.  Emotionale Ungleichbehandlung des Teams belebt den Wettbewerb! Indem Sie einem Mitarbeiter einen Sonderstatus einräumen, schüren Sie geschickt Querelen innerhalb der Mannschaft.
Team-Geist, Zusammenhalt und Zugehörigkeitsgefühl sollen menschliche Grundbedürfnisse sein? Räumen Sie mit diesen Mythen auf, die sicher in einer Frauen-Selbsthilfegruppe erfunden wurden und mit Wirtschaft nichts zu tun haben.
 

9. Lassen Sie sich nicht in die Karten schauen!

Wissen ist Macht – und die steht nur Ihnen als Chef zu. Geben Sie Ihren Mitarbeitern also so wenige Informationen wie möglich. Die brauchen nicht zu wissen, warum etwas zu tun ist oder welches Ziel damit verfolgt wird.
Es geht auch niemanden etwas an, wann Sie außer Haus sind, wie lang Sie wegbleiben und wann Sie wieder erreichbar sind.
Überlassen Sie Ihre Mitarbeiter sich selbst! Die kommen schon klar, wenn sie sich ein bisschen anstrengen.

10. Versprochen ist gebrochen

Eine brauchbare Methode Mitarbeiter zu vergraulen ist auch, ihnen etwas zu versprechen und es dann nicht einzuhalten.
Wenn es hilft, Ihre Leute in die Gänge zu bringen, winken Sie ruhig mit Gehaltserhöhungen, Beförderungen und Aufstiegschancen, die es in Wahrheit nie geben wird.
Wenn man Sie später daran erinnert, täuschen Sie einfach Amnesie vor oder berufen Sie sich auf die schlechte Wirtschaftslage, die aktuell keine Sonderausgaben gestattet - leider.

11. Beleben Sie die Gerüchte-Küche

Bei besonders hartnäckigen Mitarbeitern, die jetzt noch immer nicht das Handtuch werfen, müssen Sie zu härteren Bandagen greifen. Heizen Sie bei sich bietender Gelegenheit die Gerüchte-Küche im Unternehmen an und verbreiten Sie Halb- oder Unwahrheiten über diese Leute. Verdrehen Sie Tatsachen zu Ihren Gunsten – Hauptsache, hinterher herrscht schlechte Stimmung im Team während Sie selbst stehen gut dastehen.

12. Konflikte im Team? Halten Sie sich raus!

In Ihrem Team braut sich ein Konflikt zusammen? Machen Sie bloß nicht den Fehler, das Thema anzusprechen! Halten Sie sich heraus – Ihre Leute sollen das ruhig untereinander austragen. Wir sind ja schließlich nicht im Kindergarten, oder?

Lassen Sie ruhig zu, dass sich die Mitarbeiter das Leben gegenseitig schwer machen - der Stärkere gewinnt ohnehin. Außerdem gehen Sie auf diese Weise unangenehmen Gesprächen aus dem Weg und Sie müssen sich nicht auf schwierige Diskussionen einlassen.

13. Führen Sie pro forma-Mitarbeitergespräche

Wenn möglich, führen Sie überhaupt keine Mitarbeitergespräche – diese regelmäßigen Jammer-Gesänge belasten Sie nur unnötig mit unliebsamen Themen. Falls sich die Gespräche nicht vermeiden lassen: Bereiten Sie sich nicht großartig darauf vor, Sie haben wirklich Wichtigeres zu tun.
Deshalb können Sie auch gern ein paarmal verschieben. Oder überraschen Sie den Mitarbeiter, indem Sie das Gespräch ad hoc zwischen zwei anderen Terminen einschieben.

Setzen Sie sich für das Gespräch ein Zeitlimit von maximal 10 Minuten. Der Mitarbeiter soll nicht auf die Idee kommen, mit seinen Wehwehchen wichtig zu sein. Ausschweifende Problemschilderungen können Sie durch betontes Auf-die-Uhr-sehen abwürgen.

Verhindern Sie bewusst ein Wohlfühlklima (bitte auch kein Getränk anbieten!).
Lassen Sie während des Gesprächs die Tür zum Gang offen. Wer mit einer willkommenen Nichtigkeit stören will, braucht dann nicht einmal anzuklopfen. Checken Sie zwischendurch die Nachrichten auf Ihrem Handy an und nehmen Sie auch Telefonate – es könnte schließlich ein wichtiger Kunde dran sein!

Die Quintessenz oder: Was Wertschätzung bringt

Ironie verrät uns die Wahrheit aus sicherer Distanz – so wie in diesem Blogbeitrag. Wenn Führungskräfte sich verhalten wie hier beschrieben, sind ihnen die möglichen Folgen meist gar nicht bewusst. Ihre Mitarbeiter fühlen sich unverstanden, sind gekränkt und demotiviert. Sie kündigen innerlich – und irgendwann sehr wahrscheinlich auch real.


Ich unterstütze Führungskräfte dabei, Ihr Verhalten zum Wohl des Betriebes zu reflektieren und zu korrigieren. Wer sich für seine Mitarbeiter interessiert, sie motiviert, wertschätzt, ihnen auf Augenhöhe begegnet, der beeinflusst die Ergebnisse seines Teams nachhaltig positiv.


Eine Unternehmenskultur der Wertschätzung kann enorm viel bewirken. Wesentliche Faktoren dabei sind: die Vorbildfunktion der Geschäftsleitung, die Bereitschaft der Führungskräfte, etwas zu verändern, und der Umgang der Kollegen untereinander. Wenn die Grundeinstellung stimmt, wird sich auch das Verhalten aller Beteiligten entsprechend anpassen.

 

Wirken Sie in Ihrer Funktion als Führungskraft als „Puffer“? Oder verstärken Sie sogar Belastungen und hindern so Ihr Team am Vorwärtskommen?
Sind Sie meist gut gelaunt und damit Garant für das Wohlbefinden der Mitarbeiter?
Oder wirken Sie unbewusst negativ auf die Belegschaft, was vielleicht sogar in vermehrten Fehlzeiten und/oder erhöhten Fluktuationszahlen resultiert?

 

In einem Coaching reflektieren wir die Folgen Ihres Verhaltens als Führungskraft und arbeiten gemeinsam an einer Zukunftsstrategie, die für die Gesundheit der Mitarbeiter und damit für den Unternehmenserfolg optimal ist. Hier finden Sie meine Kontaktdaten.

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Kommentare: 1
  • #1

    Geschädigte (Donnerstag, 28 Juni 2018 11:05)

    Weitere Möglichkeiten:
    - Verbieten Sie den E-Mail Verkehr
    - Verbieten Sie, den Kontakt zu den Kunden zu haben
    - Ignorieren Sie die EMails
    - Delegieren Sie die Arbeiten an andere Mitarbeiter, die weniger können
    - Unterschreiben Sie nichts
    - Ignorieren Sie die Telefonanrufe
    - Haben Sie keine Zeit für Besprechungen und führen diese sehr kurz, unterbrechen Sie diese
    - Aendern Sie die Arbeiten auf unprofessionelle Weise so ab, dass sie falsch sind